Abschied nehmen
Liebe Marienhof-Besucher,
ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn man Abschied nehmen muss. Manches Mal fällt es leicht und man will so schnell wie möglich weg, um ein neues Leben zu beginnen. Aber es gibt Situationen, in denen Abschied nehmen einem das Herz brechen kann. Ich bin sehr glücklich zu sehen, dass Kerstin und Raul sich versöhnt haben. Aber ich weiß auch, wie schwer es für Juliette sein muss, Kerstin zurück zu lassen. Kein leichter Schritt und ich frage mich, ob es für Juliette wirklich ein Abschied für immer sein wird. Netty droht ein Abschied ganz anderer Art: Sie verträgt die chemischen Mittel nicht mehr, mit denen sie im Friseurladen arbeiten muss. Hoffentlich wird es besser, wenn sie auf biologische Haarfärbemittel umsteigt. Sonst müsste sie ihren großen Traum vom eigenen Friseursalon begraben. Und sie hat mit Charlys Hilfe so darum gekämpft, sich dies überhaupt zu ermöglichen. Für Lea und Valentin ist hingegen der Abschied bereits besiegelt. Die beiden starten voller Euphorie und Hoffnung in ihre neue Zukunft in Berlin, dass ich überzeugt bin, sie werden ihren Weg machen. Doch Tanja und Stefano und Charly, Netty und Ruth werden mit der Abwesenheit der beiden fertig werden müssen. Besonders hart muss es für Ruth sein. Sie und ihre Schwester waren immer unzertrennlich und was haben die beiden zusammen durchmachen müssen! Richtig Sorgen macht mir jedoch David. Er sollte längst kapiert haben, dass er sich von seiner Ehe mit Toni verabschieden muss. Aber als ich ihm neulich über den Weg gelaufen bin, hat er mir richtig Angst gemacht. Hoffentlich schafft er es, die Trennung zu verarbeiten. Wenn nicht … Nein, da möchte ich gar nicht weiter drüber nachdenken.
Aber etwas Schönes zum Thema Abschied möchte ich noch sagen: Jeder Abschied bedeutet auch ein Wiedersehen in der Zukunft. Und die Freude dabei ist oftmals größer als der Wehmut bei der Trennung.
Ihre Inge
eine Frau in meinem Alter hat in Liebesdingen viel erlebt. Auf manch romantische Stunden schau ich mit einem Lächeln zurück, andere Liebesausflüge waren weniger erfreulich. Aber ich registriere amüsiert, dass das Spiel rund um die Liebe über Generationen gleich geblieben ist. Selbst bei Carlos’ kleiner Tochter Carolina hat die Liebe ihre Finger schon im Spiel. Carlos hat herausgefunden, dass sie ihren Sprachaufenthalt in Paris gar nicht seinetwegen geschwänzt hat, sondern wegen eines Jungen, den sie gar nicht kannte. Sie hatte sich übers Internet in ihn verguckt und kaum war sie hier, jagte sie uns allen einen ordentlichen Schrecken ein, als sie plötzlich verschwand. Carolinas Schwärmerei mitzuerleben erfüllt mich mit einer Mischung aus Glücksgefühl und Wehmut auf die alten Zeiten. Und auch Valentins und Leas junge Liebe muss wachsen und reifen und ihre erste, richtig schwere Prüfung überstehen. Doch wenn ich von Tanja höre, wie es um Toni, Frida und Nic steht, erinnere ich mich daran, wie Liebe eingesetzt werden kann, um Menschen zu manipulieren. Ich habe ja immer noch den Eindruck, dieser Frida kann man nicht über den Weg trauen, und ich hoffe, Nic erkennt das, bevor er Toni endgültig verliert. Oder hat Frida etwa doch ehrliche Gefühle für ihren Noch-Ehemann und man sollte ihnen eine zweite Chance wünschen? Ich bin mir da nicht so sicher …