Freuden- und Problemkinder
Liebe Marienhof-Besucher,
was für eine aufregende Woche! Altbekannte Gesichter werden diese Woche zu uns in den Marienhof stoßen und zwar zu Franks 50sten Geburtstag! Mehr verrate ich noch nicht, nur so viel: Der Gute will gar nicht feiern, aber Lisa kennt ihren Frank besser und hat eine Überraschungsparty organisiert. Ich selbst werde auch pünktlich aus Verona zurück sein und bin schon sehr gespannt, wie er reagiert.
Um Raul mache ich mir richtig Sorgen: Er hat die Trennung von Kerstin immer noch nicht verkraftet und greift nun regelmäßig zum Alkohol. Ich weiß selbst am besten wie aus dem vermeintlichen Rettungsanker Alkohol ganz schnell ein furchtbarer Strudel wird, der einen gnadenlos nach unten zieht. Ich wünsche ihm, dass er vielleicht Halt bei Frida findet, aber letztlich schafft man es nur selbst, den Teufelskreis der Sucht zu durchbrechen, indem man sich professionelle Hilfe sucht.
Der kleine Bruno wirkt in letzter Zeit auch ziemlich bedrückt. Ich dachte erst, er hat Probleme in der Schule. Sülo erzählt, dass Bruno plötzlich viel Geld besitzt. Angeblich hat ihm seine Tante Constanze die Scheine zugesteckt, aber ich fürchte fast, das steckt etwas ganz anderes dahinter. Ich hoffe, er vertraut sich Sülo an. Alleine schafft man es oft nicht, Probleme zu lösen und schon gar nicht, wenn man noch ein Kind ist …
In diesem Sinne,
Ihre Inge Busch
ich habe gar nicht viel Zeit, denn gleich geht mein Flieger nach Verona. Stellen Sie sich vor, Frank und Lisa haben mir eine Kurz-Reise zu den Opernfestspielen geschenkt, damit ich auf andere Gedanken komme und mir überlege, wie es mit mir und meiner Rente auf Probe weitergeht. Es ist wirklich schön, eine Familie zu haben, die einem beisteht, wenn es mal nicht so rund läuft. Und rund läuft es momentan absolut nicht.
leider habe ich gar keine guten Neuigkeiten. Mir ging es ja schon letzte Woche ziemlich mies, aber jetzt liege ich im Krankenhaus auf der Isolierstation. Tja, die ganze Sache ist viel schlimmer, als zuerst angenommen. Stellen Sie sich vor, es handelt sich um einen bisher unbekannten Virus! Auch Sülo und Marlon sind inzwischen erkrankt. Meine Lisa, Toni, Nic und das ganze Personal arbeiten rund um die Uhr, um etwas über das mysteriöse Virus heraus zu bekommen. Erst als Frida eingeliefert wurde, war klar, das Virus stammt aus Asien und hat dort schon zu erheblichen Todesfällen geführt. Was wird nun aus uns Infizierten? Wir sind ja auch eine Gefahr für das Krankenhauspersonal? Und wie viele dort draußen wurden wohl noch angesteckt? Lisa versucht, uns zu beruhigen. Aber ich kenne sie zu gut, um nicht zu merken, wie viele Sorgen sie sich wirklich macht. Und so mache ich mir wiederum Sorgen, ob unser Leben in Gefahr ist? Ich darf gar nicht daran denken, wenn Sülo was passiert. Dann stünde der arme kleine Bruno auch noch ohne Vater da. Es ist gar nicht auszudenken. Wir versuchen hier drinnen alle die Nerven zu behalten, aber ich muss zugeben, es ist nicht einfach. Heute Nacht habe ich mir heimlich eine Zeitung besorgt und mein Horoskop gelesen. Eine harte Prüfung soll mir bevorstehen. Eine Prüfung, die mir sehr viel Kraft abverlangen wird. Wird es uns schlechter gehen? Muss jemand sterben? Ich hoffe für uns alle, dass Lisa und ihre Kollegen uns rechtzeitig helfen können. Ihnen allen also eine gute Gesundheit,
bin ich froh, dass meine Lisa schon so groß und selbständig ist. Auch ich hatte so einige Kämpfe mit ihr, wann immer sie etwas durchsetzen wollte. Und auch wenn es schön war, gebraucht zu werden, als sie klein war, jetzt erscheint es mir doch einfacher. Und sie können mir glauben, ich habe direkte Vergleiche! Marie ist zu Besuch und Kerstin hat ihre liebe Not, ihrer Tochter beizubringen, dass ihr neuer Partner eine Frau ist. Und das ist noch nicht alles. Ich bin mir nicht sicher, ob Marie schon weiß, dass sie Kerstin und Juliette bald in Frankreich besuchen muss. Wenn da mal nicht noch mehr Ärger auf die beiden zukommt. Sülo und Bruno haben es im Moment auch nicht leicht. Ich finde es wirklich herzzerreißend, wie Bruno im Radio nach einer neuen Mutter sucht. Der arme Sülo hat die schwere Aufgabe, seinem Kind schonend beizubringen, dass man ein neues Familienglück leider nicht erzwingen kann. Auch wenn ich es den beiden so gönnen würde. Aber nicht nur die eigenen Kinder bringen Trubel ins Haus. Auch Ziehkinder oder jüngere Geschwister haben es in sich. Das kann ich bei Charly beobachten. Tarek hat eine schwere Entscheidung zu treffen. Hoffentlich muss er nicht zurück in den Iran, das würde Ruth das Herz brechen. Ich fühle mich irgendwie krank – hoffentlich kein ernster Infekt.